Fachberatung für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten

Grundlagen

Unsere Beratungsstellen in Viersen und Kempen sowie die aufsuchende Fachberatung bieten Personen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten gem. § 67 SGB XII im Kreis Viersen Hilfen zur Überwindung ihrer Problemlagen an. Der Zugang ist niederschwellig und kostenfrei. Das Angebot wird durch die Zuwendungsrichtlinien des Landschaftsverbandes Rheinland und im Rahmen einer Leistungsvereinbarung mit dem Kreis Viersen finanziert.

Die Kontaktaufnahme erfolgt entweder telefonisch oder zu den offenen Sprechstunden. In besonders gelagerten Einzelfällen und insbesondere zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit sind auch aufsuchende und / oder motivierende Vorgehensweisen möglich.

Das Selbstbestimmungsrecht der Hilfeberechtigten wird nach unserem Menschenbild und den rechtlichen Grundlagen respektiert.

Angebote

Die Fachberatungsstellen in Kempen und Viersen sowie die aufsuchende Fachberatung sind Anlaufstellen für wohnungslose Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten. Wir bieten Hilfe und Beratung bei Personen, die von:

Die Hilfen der Fachberatung sind sehr vielfältig und orientieren sich an den Bedürfnissen unserer Klienten. Beispiele für Hilfen sind:

Außer der Beratung und Begleitung ermöglichen die Fachberatungsstellen die Teilnahme an verschiedenen Freizeitangeboten, wie z.B. dem jährlichen Ausflug und der Weihnachtfeier. Die Freizeitangebote sind für alle Klienten und Besucher der Fachberatung sowie des Betreuten Wohnens zugänglich.

Zudem besteht in Viersen die Möglichkeit, Wäsche zu waschen und zu trocknen.

Wer und wo

Standort Kempen
Kirchstr. 1
47906 Kempen
02152 99 296-03
FAX 02152 99 296-99
Offene Sprechstunden:
Montag und Freitag von 9.00 bis 12.00 Uhr
Dienstag von 16.00 bis 18.00 Uhr
sowie nach Vereinbarung

Helene Könnes
Diplom-Sozialpädagogin
Standort Viersen
Bahnhofstr. 41
41747 Viersen
02162 32515
FAX 02162 32574
Offene Sprechstunden:
Montag, Mittwoch, Freitag von 9.00 bis 12.00 Uhr
sowie nach Vereinbarung

Sabine Gast
Diplom-Sozialpädagogin

Annemone Seeliger
Verwaltungskraft

Jürgen Heimes
Diplom-Sozialarbeiter

Renate Klumpen
Diplom-Sozialpädagogin
Aufsuchende Fachberatung im Kreis Viersen
Kirchstr. 1
47906 Kempen
02152 99 296-04
Mobil: 0151 61609139
Fax: 02152 99 296-99
Termine kreisweit nach Vereinbarung



Doris Wehle
Diplom-Sozialarbeiterin

 

Weitere Infos

Weiterlesen
Wohnungslos? Obdachlos? Was ist Das?
Laut Definition der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) werden Menschen als wohnungslos bezeichnet, die über keinen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügen und z. B. in einer Notunterkunft, einer stationären Wohnungslosenhilfeeinrichtung oder einer kommunalen Einrichtung übernachten.

Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit werden im alltäglichen Sprachgebrauch oft verwechselt oder gleichgesetzt. Allerdings bezeichnen die beiden Begriffe unterschiedliche Lebenssituationen: Obdachlosigkeit bezeichnet lediglich einen Teil der Wohnungslosigkeit, als obdachlos gilt, wer „Platte macht“, d. h. z. B. auf der Straße, im Park oder in Bahnunterführungen übernachtet. Von versteckter Wohnungslosigkeit spricht man, wenn Menschen übergangsweise bei Freunden und Bekannten übernachten, ohne einen Mietvertrag bzw. ein eigenes Zimmer zu verfügen.

Viele Menschen, die unsere Einrichtung aufsuchen, haben ein „normales“ und bürgerliches Leben geführt. Häufig stellt sich die Frage, wie es denn zum Wohnungsverlust kommt.

Die Gründe für Wohnungslosigkeit sind vielfältig und die typische „Obdachlosenbiographie“ gibt es nicht, da in der Regel immer mehrere Faktoren zusammen kommen. Wohnungslosigkeit kann prinzipiell jeden treffen. Gründe für Wohnungslosigkeit sind z. B. der Verlust der Arbeit, Schulden, häusliche Gewalt, chronische körperliche oder psychische Erkrankungen, Suchtprobleme, Haftstrafen und Trennung, bzw. Scheidung.

Neben wirtschaftlichen Notlagen führen in der Regel einschneidende Erlebnisse wie ein schwer zu verarbeitender Schicksalsschlag mit einer sich anschließenden Armutsspirale zum Verlust der Wohnung. Menschen, die über kein soziales Umfeld verfügen, das ihnen ausreichend Rückhalt bietet, verlieren aufgrund von Lebenskrisen leicht den Halt.

Der Wegfall von familiären und sozialen Beziehungen ist nicht selten Folge von Scheidung oder Trennung. Familie als soziales Sicherungsnetz verliert an Bedeutung oder ist nicht mehr vorhanden.

Leben ohne eigene Wohnung oder auf der Straße bedeutet Verarmung und soziale Isolation, die Menschen deprimiert, krank macht und Fluchtreaktionen, häufig in Alkohol und andere Drogen, auslöst. Ein Teufelskreis entsteht, wenn die Betroffenen nicht in der Lage sind, die ihnen zustehende Hilfe anzunehmen, wenn das Hilfesystem keine passenden Hilfen anbietet, notwendige Hilfe verweigert oder im Einzelfall ungeeignete Hilfe aufgedrängt wird.

Den „typischen“  wohnungslosen Menschen gibt es nicht. Jedoch wird die Wahrscheinlichkeit, wohnungslos zu werden, umso größer, je mehr Risikofaktoren zusammentreffen.

Physiologische Bedürfnisse wie Hunger, Durst und Wärme lassen sich bei geringen finanziellen Mitteln und ohne eigene Wohnung schwer stillen. Schwierige hygienische Bedingungen und ein erschwerter Zugang zu gesundheitlicher Versorgung beeinträchtigen das Leben. Zudem erleben obdachlose Menschen soziale Kälte und stetige Abneigung. Nach wie vor herrschen ihnen gegenüber in der Gesellschaft viele Vorurteile. Darüber hinaus behindern bürokratische Hürden eine Teilhabe an der Gesellschaft: Eine Wohnung gibt es oft nur bei geregeltem Einkommen und einen Job nur bei festem Wohnsitz.

Das Leben auf der Straße ist ein täglicher Kampf ums Überleben. Jedes Jahr sterben Obdachlose an Erschöpfung, Erfrieren oder werden Opfer von Gewalttaten.

Hat man einmal seine Wohnung verloren, stößt man wegen der angespannten Wohnungsmarktsituation auf Schwierigkeiten wieder einen Wohnplatz zu finden. Vermieter suchen in der Regel ,,verlässliche" Mieter und häufig gibt es Vorurteile gegenüber den Obdachlosen. Hat ein Obdachloser dazu noch einen Hund ist es nahezu unmöglich einen geeigneten Wohnraum zu finden.

Da es in Deutschland keine bundeseinheitliche Wohnungsnotfall-Berichterstattung auf gesetzlicher Grundlage gibt, können nur Schätzungen vorgelegt werden.

Kern des BAG W-Schätzmodells ist die Beobachtung der Veränderungen des Wohnungs- und Arbeitsmarktes, der Zuwanderung, der Sozialhilfebedürftigkeit sowie regionaler Wohnungslosenstatistiken und eigener Blitzumfragen. Die Schätzung der BAG differenziert zwischen wohnungslosen Personen in Mehrpersonenhaushalten (Familien, Alleinerziehende, Paare), und alleinstehenden Wohnungslosen (Einpersonenhaushalte). Bis 2011 wurden auch wohnungslose Aussiedler in Übergangsunterkünften einbezogen.

Migranten aus der EU (EU-Zuwanderer) werden einbezogen, insoweit sie wohnungslos sind. Flüchtlinge (in der Regel anerkannte Asylbewerber) werden nur dann einbezogen, wenn sie nach der Abschluss ihres Asylverfahrens wohnungslos bleiben oder werden.

Die BAG W ermittelte einen drastischen Anstieg der Wohnungslosigkeit in Deutschland. 2014 waren ca. 335.000 Menschen ohne Wohnung, dies ist seit 2012 ein Anstieg um 18%. Die Zahl der Menschen, die „Platte machen“ stieg seit 2012 um 50% auf ca. 39.000 Menschen in 2014. 

Die BAG W prognostiziert von 2015 bis 2018 sogar einen weiteren Zuwachs um 200.000 auf dann 536.000 wohnungslose Menschen. Das wäre eine Steigerung um ca. 60 %. Wenn die wohnungs- und sozialpolitischen Rahmenbedingungen nicht nachhaltig geändert werden, wird es zu einem weiteren Anstieg der Wohnungslosenzahlen um 60 % auf knapp 540.000 bis zum Jahr 2018 kommen. Dabei spielt die wachsende Zuwanderung von EU-Bürgern und Asylbewerbern zwar eine Rolle als Katalysator und Verstärker, die wesentlichen Ursachen liegen jedoch in einer seit Jahrzehnten verfehlten Wohnungspolitik in Deutschland, in Verbindung mit einer unzureichenden Armutsbekämpfung.

Wohnungslosigkeit trifft Männer und Frauen, jüngere und ältere Menschen, etwa 15 – 20 % der Personen sind unter 25 Jahre. Rund ein Viertel der Betroffenen sind Frauen. Ohne qualifizierte Hilfe ist ein weiteres Abgleiten auf die Straße vorprogrammiert. Es muss von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden.

Damit wohnungslose Menschen Chancen erhalten und soziale Teilhabe ermöglicht wird, braucht es neben gesellschaftlicher Toleranz menschliche Zuwendung, Zeit und fachlich qualifizierte Hilfe. Lebensperspektiven drücken sich oft in Hoffnung und neuer Tatkraft aus.

Hier finden Sie weiterführende Informationen, wichtige und interessante Links zum Arbeitsbereich der Wohnungslosenhilfe.
Sollten Sie nicht fündig geworden sein, dann dürfen Sie sich gerne an uns wenden:

zbs@skm-kempen-viersen.de

 

Katholische Arbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe

www.kagw.de

Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe
www.bagw.de

Deutscher Caritasverband

www.caritas.de 

Nationale Armutskonferenz
www.nationale-armutskonferz.de